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Made in China 2025

31. Juli 2026 / Unternehmer Retter

Made in China 2025 – Chinas Zehnjahresplan für die industrielle Technologieführerschaft

Made in China 2025 war ein im Mai 2015 vom chinesischen Staatsrat veröffentlichtes industriepolitisches Aktionsprogramm. Es sollte China innerhalb von zehn Jahren von der vor allem mengen- und kostenorientierten „Werkbank der Welt“ zu einer innovationsstarken, technologisch eigenständigeren und international führenden Industrienation entwickeln.

Die häufig verwendete Bezeichnung als „chinesischer Zehnjahresplan“ ist grundsätzlich zutreffend. Formal handelte es sich jedoch nicht um einen regulären Fünfjahresplan, sondern um das erste zehnjährige Aktionsprogramm einer wesentlich länger angelegten Strategie.

Bis zum Jahr 2049, dem 100. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China, soll das Land zur weltweit führenden Industrienation aufsteigen. Made in China 2025 war damit nur die erste Etappe einer langfristigen wirtschafts-, technologie- und industriepolitischen Transformation.

Made in China 2025 einfach erklärt

Made in China 2025 sollte dafür sorgen, dass chinesische Unternehmen nicht länger hauptsächlich einfache Konsumgüter, Komponenten und Produkte nach ausländischen Vorgaben herstellen.

China wollte stattdessen eigene Technologien, Maschinen, Marken, Standards und industrielle Plattformen entwickeln. Das Land sollte in der globalen Wertschöpfungskette aufsteigen und größere Teile der besonders profitablen Entwicklung, Produktion und Vermarktung selbst kontrollieren.

Im Mittelpunkt standen:

  • technologische Innovation,
  • intelligente und digitalisierte Fabriken,
  • höhere Produktqualität,
  • international wettbewerbsfähige chinesische Marken,
  • eine geringere Abhängigkeit von ausländischen Schlüsseltechnologien,
  • energie- und ressourcenschonende Produktionsverfahren,
  • der Aufbau international führender Industriekonzerne,
  • die Entwicklung eigener Patente und Standards,
  • die Kontrolle vollständiger industrieller Wertschöpfungsketten.

Made in China 2025 war daher keine einzelne Fördermaßnahme, sondern eine umfassende industriepolitische Strategie.

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Die wichtigsten Eckdaten zu Made in China 2025

Merkmal Inhalt
Offizielle Bezeichnung Made in China 2025 beziehungsweise 中国制造2025
Veröffentlichung Mai 2015
Herausgeber Staatsrat der Volksrepublik China
Ursprünglicher Zeitraum 2015 bis 2025
Hauptziel Aufstieg Chinas vom großen Produktionsland zur führenden Industrienation
Langfristiger Horizont Bis 2049
Schwerpunkt Hochtechnologie, Digitalisierung, Qualität, Eigenständigkeit und grüne Produktion
Schlüsselbereiche Zehn strategisch wichtige Industriezweige
Politische Instrumente Fördermittel, Kredite, Steuervergünstigungen, Standards, Beschaffung und Forschungsprogramme
Status nach 2025 Der ursprüngliche Zehnjahreszeitraum ist beendet, die strategischen Ziele werden fortgeführt
Made in China 2025 Infografik

Made in China 2025 Infografik

Warum wurde Made in China 2025 gestartet?

China war 2015 bereits eine der größten Produktionsnationen der Welt. Die chinesische Führung stellte jedoch fest, dass die heimische Industrie zwar groß, im internationalen Vergleich aber noch nicht stark genug war.

Als Schwächen galten insbesondere:

  • eine unzureichende eigenständige Innovationsfähigkeit,
  • die Abhängigkeit von importierten Schlüsseltechnologien,
  • ein teilweise hoher Energie- und Ressourcenverbrauch,
  • Qualitätsprobleme,
  • eine schwache industrielle Basis in einzelnen Hochtechnologiebereichen,
  • eine noch unzureichende Digitalisierung,
  • das Fehlen international anerkannter chinesischer Marken,
  • eine geringe Position in besonders profitablen Teilen der Wertschöpfungskette.

Das bisherige chinesische Erfolgsmodell beruhte stark auf günstigen Arbeitskräften, hohen Investitionen, großen Produktionsmengen und dem Export industrieller Güter.

Dieses Modell geriet zunehmend unter Druck. Die Löhne und Produktionskosten in China stiegen. Umweltbelastungen nahmen zu. Andere Schwellenländer konnten bestimmte arbeitsintensive Produkte teilweise günstiger herstellen.

Gleichzeitig digitalisierten und automatisierten westliche Industriestaaten ihre Produktionsstrukturen. China drohte dadurch, von zwei Seiten unter Druck zu geraten: durch technologisch überlegene Industrieländer und durch kostengünstigere Produktionsstandorte.

Made in China 2025 sollte diese Entwicklung umkehren.

China wollte nicht mehr nur Produkte herstellen. Das Land wollte selbst über die entscheidenden Technologien, Patente, Maschinen, Softwarelösungen, Materialien und Marken verfügen.

Die chinesische Industrie sollte nicht nur groß, sondern auch technologisch leistungsfähig, innovativ, effizient und international wettbewerbsfähig werden.

Die langfristige Drei-Stufen-Strategie bis 2049

Made in China 2025 war lediglich die erste Stufe einer langfristigen Strategie.

Erste Stufe: bis 2025

China sollte innerhalb von zehn Jahren in den Kreis der bedeutenden industriellen Führungsnationen eintreten.

Dafür sollten insbesondere verbessert werden:

  • Produktqualität,
  • Innovationsfähigkeit,
  • Digitalisierung,
  • Arbeitsproduktivität,
  • Ressourceneffizienz,
  • internationale Wettbewerbsfähigkeit,
  • industrielle Eigenständigkeit.

Zweite Stufe: bis 2035

Bis 2035 soll die chinesische Industrie in die mittlere Gruppe der weltweit führenden Industrienationen aufsteigen.

In wichtigen Schlüsselbereichen sollen technologische Durchbrüche erzielt und international führende Unternehmen aufgebaut werden. China will dann in zahlreichen Hochtechnologiebereichen nicht mehr nur aufholen, sondern selbst Standards setzen.

Dritte Stufe: bis 2049

Bis zum 100. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China soll das Land zur Spitzengruppe der globalen Industrienationen gehören.

China strebt ein weltweit führendes Technologie- und Industriesystem an. Dazu gehören:

  • eigene Schlüsseltechnologien,
  • international führende Konzerne,
  • kontrollierbare Lieferketten,
  • leistungsfähige Forschungsstrukturen,
  • eigene technische Standards,
  • globale Marken,
  • eine hohe industrielle Widerstandsfähigkeit.

Das Jahr 2025 war somit nie als Endpunkt der gesamten chinesischen Industriestrategie gedacht. Es markierte lediglich den Abschluss der ersten Etappe.

Die fünf Grundprinzipien von Made in China 2025

Das Programm beruhte auf fünf zentralen Leitlinien.

1. Innovationsgetriebene Entwicklung

Forschung, Entwicklung und technologische Innovation sollten zum Kern der chinesischen Industriepolitik werden.

Unternehmen sollten stärker mit Universitäten, Forschungsinstituten und staatlichen Einrichtungen zusammenarbeiten. Forschungsergebnisse sollten schneller in marktfähige Produkte und industrielle Anwendungen überführt werden.

Ziel war es, die Abhängigkeit von ausländischen Technologien zu reduzieren und eigene Patente, Verfahren und Plattformen aufzubauen.

2. Qualität vor Quantität

China wollte sich vom Image eines Herstellers günstiger Massenprodukte lösen.

Die Qualität chinesischer Produkte, Marken und Produktionsverfahren sollte internationalen Standards entsprechen oder diese übertreffen.

Unternehmen sollten nicht mehr ausschließlich über niedrige Preise konkurrieren, sondern über:

  • Zuverlässigkeit,
  • technische Leistungsfähigkeit,
  • Design,
  • Service,
  • Markenvertrauen,
  • Langlebigkeit,
  • Innovationsgeschwindigkeit.

3. Grüne Entwicklung

Energieverbrauch, Materialeinsatz, Wasserverbrauch und Emissionen sollten reduziert werden.

Geplant waren:

  • effizientere Produktionsverfahren,
  • geschlossene Materialkreisläufe,
  • Recyclingstrukturen,
  • eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien,
  • eine geringere Umweltbelastung,
  • die Modernisierung energieintensiver Industrieanlagen.

Die ökologische Modernisierung war nicht nur ein Umweltziel. Sie sollte gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Unternehmen verbessern.

4. Optimierung der Industriestruktur

Traditionelle Industrien sollten modernisiert, Überkapazitäten abgebaut und hochwertige industrielle Tätigkeiten ausgebaut werden.

Produzenten sollten sich zunehmend von reinen Warenherstellern zu Anbietern kompletter Systeme und Dienstleistungen entwickeln.

Dazu gehörten:

  • Beratung,
  • Planung,
  • Software,
  • Finanzierung,
  • Wartung,
  • Datenanalyse,
  • Ersatzteilversorgung,
  • technische Betreuung über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts.

5. Qualifizierung und Fachkräfte

China benötigte für den technologischen Aufstieg mehr Ingenieure, Wissenschaftler, Facharbeiter und qualifizierte Führungskräfte.

Aus- und Weiterbildung waren deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Programms.

Besonders gefragt waren Fachkräfte in den Bereichen:

  • Maschinenbau,
  • Robotik,
  • Informationstechnologie,
  • Halbleiter,
  • Materialwissenschaften,
  • Energietechnik,
  • Luft- und Raumfahrt,
  • Biotechnologie,
  • industrielle Software.
Made in China 2025 Zeitstrahl Infografik

Made in China 2025 Zeitstrahl Infografik

Das Zusammenspiel von Staat und Markt

Made in China 2025 kombinierte staatliche Industriepolitik mit marktwirtschaftlichen Elementen.

Einerseits sollten Unternehmen selbst investieren, innovieren und im Wettbewerb bestehen. Andererseits gab der Staat strategische Ziele vor, wählte Schlüsselbranchen aus und unterstützte diese mit finanziellen und politischen Instrumenten.

Der Markt sollte bei der Verteilung von Ressourcen eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wollte die Regierung die langfristige Richtung der industriellen Entwicklung bestimmen.

Diese Verbindung aus Marktmechanismen und staatlicher Steuerung ist ein zentrales Merkmal der chinesischen Wirtschaftsstrategie.

Die neun strategischen Aufgaben

Made in China 2025 definierte neun übergeordnete Aufgaben.

1. Verbesserung der industriellen Innovationsfähigkeit

Unternehmen sollten mehr eigene Forschung betreiben und neue Produkte, Technologien und Produktionsverfahren entwickeln.

Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen sollten enger zusammenarbeiten.

2. Verbindung von Informationstechnologie und Produktion

Digitale Technologien sollten stärker in industrielle Produktionsprozesse integriert werden.

Dazu gehörten:

  • intelligente Fabriken,
  • vernetzte Maschinen,
  • Industrieroboter,
  • Sensorik,
  • Produktionssoftware,
  • Datenanalyse,
  • Cloud-Plattformen,
  • digitale Entwicklungssysteme.

3. Stärkung der industriellen Grundlagen

China wollte seine Abhängigkeit von importierten Kernkomponenten, Spezialmaterialien und grundlegenden Produktionstechnologien reduzieren.

Dazu gehörten insbesondere:

  • Präzisionsbauteile,
  • Steuerungssysteme,
  • Halbleiter,
  • Sensoren,
  • Speziallegierungen,
  • Werkzeugmaschinen,
  • industrielle Software.

4. Verbesserung von Qualität und Markenbildung

Chinesische Unternehmen sollten international bekannte Marken aufbauen und das Vertrauen in chinesische Produkte erhöhen.

Dabei ging es nicht nur um Werbung, sondern um eine systematische Verbesserung von:

  • Produktqualität,
  • Normen,
  • Zertifizierung,
  • Service,
  • Haltbarkeit,
  • Sicherheit,
  • Kundenorientierung.

5. Umsetzung einer grünen Produktion

Industrieunternehmen sollten Energie und Rohstoffe effizienter einsetzen.

Umweltschädliche Produktionsanlagen sollten modernisiert oder ersetzt werden. Abfälle und Emissionen sollten reduziert werden.

6. Technologische Durchbrüche in Schlüsselindustrien

In zehn strategischen Industriebereichen sollten gezielt technologische Durchbrüche erzielt werden.

China wollte dort eigene Unternehmen aufbauen, die international mit den führenden Anbietern konkurrieren können.

7. Modernisierung traditioneller Industrien

Auch bestehende Branchen wie Stahl, Chemie, Textil, Baustoffe und Metallverarbeitung sollten modernisiert werden.

Ziele waren:

  • höhere Effizienz,
  • bessere Produktqualität,
  • geringerer Energieverbrauch,
  • stärkere Automatisierung,
  • Abbau veralteter Kapazitäten.

8. Ausbau serviceorientierter Produktion

Chinesische Unternehmen sollten nicht nur einzelne Maschinen oder Produkte verkaufen.

Sie sollten vollständige Lösungen anbieten, einschließlich:

  • Planung,
  • Finanzierung,
  • Software,
  • Installation,
  • Wartung,
  • Schulung,
  • Datenanalyse,
  • lebenslangem Produktservice.

9. Internationale Expansion

Chinesische Industrieunternehmen sollten stärker im Ausland investieren und internationale Märkte erschließen.

Dazu gehörten:

  • Unternehmensübernahmen,
  • Beteiligungen,
  • gemeinsame Forschungsprojekte,
  • der Aufbau ausländischer Produktionsstandorte,
  • internationale Vertriebsnetze,
  • die Entwicklung globaler Marken.

Die fünf industriellen Großprojekte

Zur praktischen Umsetzung wurden fünf zentrale Großprojekte definiert.

1. Nationale Innovationszentren

China plante den Aufbau spezialisierter Forschungs- und Entwicklungszentren für Schlüsseltechnologien.

Diese Zentren sollten:

  • Unternehmen,
  • Universitäten,
  • Forschungseinrichtungen,
  • staatliche Stellen

miteinander verbinden.

Bis 2020 sollten ungefähr 15 und bis 2025 etwa 40 industrielle Innovationszentren entstehen.

2. Intelligente Produktion

Fabriken sollten digitalisiert, automatisiert und vernetzt werden.

Dazu gehörten:

  • Robotik,
  • industrielle Software,
  • Sensorik,
  • computergesteuerte Maschinen,
  • digitale Produktionsplanung,
  • automatisierte Qualitätskontrolle,
  • datenbasierte Wartung,
  • intelligente Logistik.

3. Stärkung der industriellen Grundlagen

China bezeichnete vier Bereiche als industrielle Grundlagen:

  • Kernkomponenten,
  • grundlegende Materialien,
  • zentrale industrielle Verfahren,
  • industrielle Basistechnologien.

Bis 2025 sollten deutlich größere Teile wichtiger Basiskomponenten und Schlüsselmaterialien aus chinesischer Produktion oder kontrollierbaren Lieferketten stammen.

4. Grüne Produktion

Energieintensive Industrien wie Stahl, Chemie, Baustoffe und Metallverarbeitung sollten umfassend modernisiert werden.

Vorgesehen waren:

  • sauberere Produktionsverfahren,
  • Recycling,
  • Abwärmenutzung,
  • geringere Schadstoffbelastung,
  • effizientere Rohstoffnutzung,
  • moderne Umwelttechnik.

5. Innovation bei hochwertiger Ausrüstung

Gefördert werden sollten unter anderem:

  • Flugzeuge,
  • Flugzeugtriebwerke,
  • Hochgeschwindigkeitszüge,
  • Elektrofahrzeuge,
  • intelligente Stromnetze,
  • CNC-Werkzeugmaschinen,
  • maritime Anlagen,
  • Kernkrafttechnik,
  • moderne Medizintechnik.

Die zehn Schlüsselindustrien von Made in China 2025

Das Programm konzentrierte sich auf zehn strategisch besonders wichtige Industriegebiete.

Nr. Schlüsselindustrie Beispiele
1 Informationstechnologie der nächsten Generation Halbleiter, integrierte Schaltungen, Mobilfunk, industrielle Software, Betriebssysteme
2 Hochwertige CNC-Maschinen und Robotik Werkzeugmaschinen, Industrieroboter, Sensoren, Steuerungen, Servomotoren
3 Luft- und Raumfahrttechnik Verkehrsflugzeuge, Triebwerke, Satelliten, Trägerraketen und Raumfahrtinfrastruktur
4 Maritime Technik und Hightech-Schiffe LNG-Tanker, Kreuzfahrtschiffe, Offshore-Anlagen und Tiefseetechnik
5 Moderne Schienenverkehrstechnik Hochgeschwindigkeitszüge, intelligente Bahnsysteme und schwere Schienenfahrzeuge
6 Energieeffiziente Fahrzeuge und Fahrzeuge mit neuen Antrieben Elektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge, Batterien, Elektromotoren
7 Elektrische Ausrüstung Stromnetze, Speichertechnik, Kraftwerkstechnik, Transformatoren und Leistungselektronik
8 Landwirtschaftliche Maschinen Traktoren, Erntemaschinen, Präzisionslandwirtschaft und intelligente Agrartechnik
9 Neue Materialien Verbundwerkstoffe, Spezialmetalle, Graphen, Nanomaterialien und Hochleistungskunststoffe
10 Biotechnologie, Pharmazeutika und moderne Medizintechnik Biopharmazeutika, Impfstoffe, medizinische Bildgebung, Medizinroboter und Implantate

Diese Auswahl zeigt, dass Made in China 2025 weit über die Digitalisierung einzelner Fabriken hinausging.

Der Plan erfasste nahezu alle Bereiche, die für die technologische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit eines modernen Industriestaates von Bedeutung sind.

Konkrete Zielwerte des Programms

Made in China 2025 enthielt zahlreiche messbare Vorgaben.

Bis 2025 sollte unter anderem erreicht werden:

  • Einsatz digitaler Forschungs- und Entwicklungswerkzeuge in 84 Prozent der erfassten Industrieunternehmen,
  • computergestützte numerische Steuerung bei 64 Prozent der wichtigsten Produktionsprozesse,
  • Verringerung des Energieverbrauchs je Einheit industrieller Wertschöpfung um 34 Prozent gegenüber 2015,
  • Verringerung der CO₂-Emissionen je Einheit industrieller Wertschöpfung um 40 Prozent,
  • Verringerung des Wasserverbrauchs je Einheit industrieller Wertschöpfung um 41 Prozent,
  • Wiederverwertung von 79 Prozent der erfassten festen Industrieabfälle,
  • Aufbau von ungefähr 40 industriellen Innovationszentren,
  • deutlich höhere Eigenständigkeit bei zentralen Bauteilen und Grundmaterialien.

Dabei ist zwischen politischen Zielwerten und tatsächlich erreichten Ergebnissen zu unterscheiden.

Die Zahlen beschreiben zunächst die Ambitionen des ursprünglichen Programms. Sie belegen nicht automatisch, dass sämtliche Ziele vollständig erreicht wurden.

Mit welchen Mitteln wurde Made in China 2025 umgesetzt?

Das Programm setzte auf eine Kombination aus staatlicher Steuerung, wirtschaftlichen Anreizen und unternehmerischer Umsetzung.

Zu den Instrumenten gehörten:

  • staatliche Forschungs- und Entwicklungsprogramme,
  • Kredite staatlicher und politisch unterstützter Banken,
  • Steuererleichterungen,
  • öffentliche Fördermittel,
  • staatlich unterstützte Beteiligungsfonds,
  • staatliche und staatsnahe Beschaffung,
  • Pilotprojekte und Demonstrationsfabriken,
  • industrielle Innovationszentren,
  • Normen und technische Standards,
  • Unterstützung chinesischer Unternehmensübernahmen im Ausland,
  • Förderung industrieller Cluster,
  • Zusammenarbeit von Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten.

Besonders wichtig war die Bündelung verschiedener Förderinstrumente.

Unternehmen konnten nicht nur direkte Zuschüsse erhalten. Sie profitierten teilweise auch von günstigen Krediten, Steuervergünstigungen, staatlichen Aufträgen, Beteiligungskapital und regionalen Förderprogrammen.

Dadurch konnten strategische Industrien über viele Jahre hinweg aufgebaut und skaliert werden.

Made in China 2025

Made in China 2025

Unterschied zwischen Made in China 2025 und Industrie 4.0

Made in China 2025 wurde häufig mit der deutschen Initiative Industrie 4.0 verglichen.

Beide Konzepte beschäftigten sich mit:

  • Digitalisierung,
  • vernetzten Produktionssystemen,
  • Robotik,
  • Datenverarbeitung,
  • intelligenten Fabriken,
  • automatisierter Produktion.

Der Unterschied liegt vor allem im Umfang und in der politischen Zielsetzung.

Industrie 4.0

Industrie 4.0 konzentriert sich im Kern auf die digitale Transformation industrieller Produktionsprozesse.

Dazu gehören vernetzte Maschinen, intelligente Steuerungen, Datenanalyse und automatisierte Fertigung.

Made in China 2025

Made in China 2025 umfasste zusätzlich:

  • den Aufbau eigener Schlüsseltechnologien,
  • die Verringerung ausländischer Abhängigkeiten,
  • die Entwicklung chinesischer Weltmarken,
  • staatliche Finanzierung,
  • gezielte Förderung bestimmter Branchen,
  • internationale Expansion,
  • Unternehmensübernahmen,
  • Normen und Standards,
  • grüne Produktion,
  • Fachkräfteentwicklung,
  • die strategische Positionierung Chinas als industrielle Weltmacht.

Made in China 2025 war somit nicht lediglich ein chinesisches Digitalisierungsprogramm. Es war ein umfassendes wirtschafts-, technologie- und industriepolitisches Modernisierungsprojekt.

Made in China 2025 Strategie Infografik

Made in China 2025 Strategie Infografik

Warum war Made in China 2025 international umstritten?

Die Ziele des Programms waren aus chinesischer Sicht nachvollziehbar.

Innovation, bessere Qualität, höhere Produktivität und geringere Abhängigkeit von ausländischer Technologie sind grundsätzlich legitime wirtschaftspolitische Ziele.

Die internationale Kritik richtete sich deshalb weniger gegen die Modernisierung selbst als gegen die eingesetzten Methoden und deren Auswirkungen auf den Wettbewerb.

Staatlich beeinflusster Wettbewerb

Europäische, amerikanische, japanische und südkoreanische Unternehmen befürchteten, dass chinesische Wettbewerber durch Subventionen, günstige Kredite, staatliche Nachfrage und andere Förderungen Vorteile erhielten.

Dadurch könnten Unternehmen länger am Markt bleiben, größere Produktionskapazitäten aufbauen und niedrigere Preise anbieten, als dies unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen möglich wäre.

Bevorzugung heimischer Anbieter

Kritisiert wurden Vorgaben und Anreize, die chinesische oder in China produzierende Anbieter begünstigten.

Ausländische Unternehmen konnten dadurch unter Druck geraten, Produktion, Forschung und technisches Wissen stärker nach China zu verlagern.

Technologietransfer und geistiges Eigentum

Ausländische Unternehmen sahen Risiken für:

  • Patente,
  • Geschäftsgeheimnisse,
  • Konstruktionsdaten,
  • Herstellungsverfahren,
  • Software,
  • technisches Know-how.

Kritik gab es insbesondere an Marktzugangsvoraussetzungen, Gemeinschaftsunternehmen, Unternehmensübernahmen und Lokalisierungsanforderungen.

Aufbau von Überkapazitäten

Eine umfangreiche staatliche Förderung kann dazu führen, dass Produktionskapazitäten schneller wachsen als die Nachfrage.

Mögliche Folgen sind:

  • Preisdruck,
  • sinkende Renditen,
  • steigende Verschuldung,
  • aggressive Exportstrategien,
  • Verdrängung ausländischer Wettbewerber.

Dieses Problem betrifft beispielsweise Branchen wie:

  • Solartechnik,
  • Batterien,
  • Stahl,
  • Schiffbau,
  • Elektrofahrzeuge.

Geopolitische Bedeutung

Halbleiter, Stromnetze, Kommunikationssysteme, Luftfahrt, Raumfahrt und Medizintechnik sind nicht nur wirtschaftlich relevant.

Sie betreffen auch:

  • nationale Sicherheit,
  • Verteidigungsfähigkeit,
  • kritische Infrastrukturen,
  • technologische Souveränität,
  • wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit.

Made in China 2025 wurde deshalb außerhalb Chinas zunehmend als Teil eines geopolitischen Wettbewerbs um technologische Vorherrschaft wahrgenommen.

War Made in China 2025 erfolgreich?

Eine eindeutige Antwort mit „ja“ oder „nein“ wäre zu einfach.

Die Ergebnisse unterscheiden sich erheblich zwischen den einzelnen Branchen.

Deutliche Erfolge bei Elektrofahrzeugen und Batterien

China konnte vollständige Wertschöpfungsketten für Elektrofahrzeuge aufbauen.

Dazu gehören:

  • Batteriezellen,
  • Batteriematerialien,
  • Elektromotoren,
  • Leistungselektronik,
  • Fahrzeugsoftware,
  • Ladeinfrastruktur,
  • Rohstoffverarbeitung.

Chinesische Hersteller entwickelten sich innerhalb weniger Jahre von nationalen Produzenten zu international ernst zu nehmenden Wettbewerbern.

Unternehmen wie BYD, CATL, Geely, Nio und zahlreiche weitere Anbieter konnten ihre technologischen Fähigkeiten und Produktionskapazitäten erheblich ausbauen.

Erfolge bei elektrischer Ausrüstung und erneuerbaren Energien

Auch bei:

  • Stromnetzen,
  • Solartechnik,
  • Wechselrichtern,
  • Energiespeichern,
  • Transformatoren,
  • elektrischen Komponenten

erreichte China eine starke globale Marktstellung.

Das Land kontrolliert heute wesentliche Teile der industriellen Wertschöpfungsketten in diesen Bereichen.

Erfolge im Schiffbau

China verfügt über enorme Produktionskapazitäten im Schiffbau und gehört bei zahlreichen Schiffstypen zu den weltweit führenden Produktionsstandorten.

Dazu zählen:

  • Containerschiffe,
  • Massengutfrachter,
  • Tanker,
  • Spezialschiffe,
  • Offshore-Anlagen.

Auch bei technisch anspruchsvolleren Schiffstypen konnte China deutliche Fortschritte erzielen.

Fortschritte im Schienenverkehr

China baute innerhalb kurzer Zeit eines der größten Hochgeschwindigkeitsbahnnetze der Welt auf.

Gleichzeitig entstand ein leistungsfähiges industrielles Ökosystem aus:

  • Zugherstellern,
  • Signaltechnik,
  • Infrastrukturunternehmen,
  • Softwareanbietern,
  • Energie- und Steuerungstechnik.

Chinesische Anbieter exportieren inzwischen komplette Schienenverkehrssysteme in zahlreiche Länder.

Erfolge in der Raumfahrt

In der Raumfahrt erzielte China erhebliche Fortschritte.

Dazu gehören:

  • Satelliten,
  • Trägerraketen,
  • Navigation,
  • Mondmissionen,
  • Raumstationen,
  • bemannte Raumfahrt.

China konnte in diesem Bereich eine weitgehend eigenständige industrielle und technologische Infrastruktur aufbauen.

Fortschritte bei Robotik und Automatisierung

China entwickelte sich zum weltweit größten Absatzmarkt für Industrieroboter.

Chinesische Anbieter erhöhten ihre Marktanteile und verbesserten ihre technischen Fähigkeiten.

Bei besonders anspruchsvollen Komponenten bestanden jedoch weiterhin technologische Rückstände.

Dazu gehören:

  • Präzisionsgetriebe,
  • hochwertige Steuerungssysteme,
  • Sensoren,
  • Servotechnik,
  • Spezialsoftware.

Gemischte Bilanz bei Halbleitern

China baute erhebliche Fertigungskapazitäten, Chipdesign-Unternehmen und eine umfangreiche Zulieferindustrie auf.

Bei ausgereiften Halbleitertechnologien wurden große Fortschritte erzielt.

Bei modernsten Fertigungsverfahren bestehen jedoch weiterhin erhebliche Engpässe.

Besonders schwierig sind:

  • modernste Lithografiesysteme,
  • hochwertige Produktionsanlagen,
  • Spezialmaterialien,
  • bestimmte Hochleistungschips,
  • fortgeschrittene Chipfertigung.

Internationale Exportbeschränkungen haben diese Schwierigkeiten verstärkt.

Fortschritte, aber weiter bestehende Lücken in der Luftfahrt

Mit dem Aufbau des Flugzeugherstellers COMAC und der Entwicklung eigener Verkehrsflugzeuge erzielte China bemerkenswerte Fortschritte.

Bei modernen Flugzeugtriebwerken, sicherheitskritischen Systemen und bestimmten Zulieferkomponenten blieb die chinesische Industrie jedoch weiterhin auf ausländische Technologien angewiesen.

Unterschiedliche Ergebnisse bei Medizintechnik und Biotechnologie

Bei Biotechnologie, Arzneimittelproduktion und Medizintechnik entstanden leistungsfähige Unternehmen und Forschungsstrukturen.

China konnte insbesondere seine Produktionskapazitäten und klinische Forschungslandschaft ausbauen.

Dennoch blieb die Entwicklung je nach Produktgruppe unterschiedlich. In einzelnen Hochtechnologiebereichen bestehen weiterhin Abhängigkeiten von ausländischen Herstellern.

Fortschritte bei neuen Materialien und Werkzeugmaschinen

Bei neuen Materialien und Werkzeugmaschinen konnte China seine Produktionsbasis erheblich erweitern.

Bei besonders anspruchsvollen Spezialmaterialien, Präzisionsmaschinen und Steuerungssystemen bestehen jedoch noch technologische Lücken.

Gesamtbilanz nach zehn Jahren

Die wahrscheinlich treffendste Bewertung lautet:

Made in China 2025 war erfolgreich beim Aufbau industrieller Kapazitäten, vollständiger Lieferketten und global wettbewerbsfähiger Unternehmen. Das Programm erreichte jedoch keine vollständige technologische Unabhängigkeit.

China erzielte in den meisten Zielsektoren erhebliche Fortschritte.

Besonders erfolgreich war die Entwicklung in Bereichen wie:

  • Elektrofahrzeuge,
  • Batterien,
  • elektrische Ausrüstung,
  • Schiffbau,
  • Schienenverkehr,
  • Raumfahrt,
  • erneuerbare Energien,
  • Teile der Medizintechnik.

Schwächere Ergebnisse gab es unter anderem bei:

  • modernsten Halbleitern,
  • Flugzeugtriebwerken,
  • bestimmten Werkzeugmaschinen,
  • speziellen Materialien,
  • besonders anspruchsvollen industriellen Komponenten.

Der Erfolg des Programms lässt sich nicht ausschließlich an einzelnen Zielwerten messen.

Entscheidend ist die strukturelle Wirkung: Chinesische Unternehmen wurden in zahlreichen Branchen von Zulieferern und Lizenznehmern zu eigenständigen Entwicklern, Markenherstellern und globalen Konkurrenten.

Ist Made in China 2025 beendet?

Der ursprüngliche Programmzeitraum endete 2025. Die chinesische Industriestrategie selbst wurde jedoch nicht beendet.

Die Bezeichnung „Made in China 2025“ verschwand bereits ab etwa 2018 weitgehend aus der offiziellen internationalen Kommunikation.

Hintergrund waren die zunehmende internationale Kritik und die handelspolitischen Konflikte mit den USA und anderen Wirtschaftsräumen.

Die grundlegenden Ziele wurden jedoch in anderen Programmen und politischen Konzepten fortgeführt.

Im 15. chinesischen Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 stehen weiterhin folgende Themen im Vordergrund:

  • Aufbau einer führenden Industrienation,
  • technologische Eigenständigkeit,
  • moderne industrielle Wertschöpfungsketten,
  • intelligente Produktion,
  • künstliche Intelligenz,
  • grüne Transformation,
  • strategische Zukunftsindustrien,
  • Stabilität und Sicherheit von Lieferketten.

Die chinesische Führung spricht inzwischen verstärkt von:

  • neuen hochwertigen Produktivkräften,
  • einem modernen Industriesystem,
  • technologischer Eigenständigkeit,
  • hochwertiger, intelligenter und grüner Fertigung.

Made in China 2025 endete damit als zeitlich benanntes Programm, nicht aber als industriepolitische Grundrichtung.

Bedeutung für Deutschland und Europa

Made in China 2025 richtete sich ausgerechnet auf viele Branchen, in denen Deutschland traditionell besonders stark ist.

Dazu gehören:

  • Maschinenbau,
  • Automobilindustrie,
  • Elektrotechnik,
  • Chemie,
  • neue Werkstoffe,
  • Medizintechnik,
  • Bahntechnik,
  • Automatisierung,
  • Robotik,
  • industrielle Software,
  • Energietechnik.

Chinesische Unternehmen waren für deutsche Hersteller lange vor allem Kunden.

Sie kauften:

  • Maschinen,
  • Fahrzeuge,
  • Produktionsanlagen,
  • technische Komponenten,
  • Automatisierungslösungen,
  • Spezialwerkstoffe.

Durch den Aufbau eigener Technologien wurden chinesische Unternehmen zunehmend gleichzeitig zu Wettbewerbern.

Vom Absatzmarkt zum Wettbewerbsmarkt

China bleibt für viele deutsche Unternehmen ein wichtiger Absatzmarkt.

Gleichzeitig können chinesische Anbieter vergleichbare Produkte häufig günstiger anbieten und diese zunehmend auch auf europäischen und internationalen Märkten verkaufen.

Dadurch verändert sich die Rolle Chinas grundlegend.

Aus dem reinen Absatz- und Beschaffungsmarkt wird ein Wettbewerbsmarkt.

Steigender Margendruck

Hohe chinesische Produktionskapazitäten können zu starkem Preiswettbewerb führen.

Für deutsche mittelständische Unternehmen kann dies bedeuten:

  • sinkende Verkaufspreise,
  • geringere Deckungsbeiträge,
  • rückläufige Auslastung,
  • steigenden Investitionsdruck,
  • kürzere Produktlebenszyklen,
  • höhere Forschungs- und Entwicklungskosten.

Unternehmen mit hohen Fixkosten, geringer Eigenkapitalquote oder schwacher Liquidität sind besonders gefährdet.

Technologische Konkurrenz

Der Wettbewerb beschränkt sich nicht mehr auf einfache Produkte.

Chinesische Unternehmen investieren zunehmend in:

  • Forschung,
  • Software,
  • künstliche Intelligenz,
  • Konstruktion,
  • Markenbildung,
  • internationale Vertriebsstrukturen,
  • Kundendienst,
  • Finanzierungslösungen.

Dadurch wächst die Konkurrenz auch in technologisch anspruchsvollen Bereichen.

Neue Lieferkettenrisiken

Deutsche Unternehmen sind bei Elektronik, Batterien, Vorprodukten, Rohstoffen und industriellen Komponenten teilweise von chinesischen Lieferanten abhängig.

Politische Konflikte, Exportbeschränkungen oder Handelsmaßnahmen können deshalb unmittelbar die Produktion beeinflussen.

Unternehmer sollten prüfen:

  • Welche Bauteile kommen ausschließlich aus China?
  • Welche Lieferanten sind kurzfristig ersetzbar?
  • Welche Materialien sind strategisch kritisch?
  • Welche Folgen hätte eine Lieferunterbrechung?
  • Wie lange reichen vorhandene Lagerbestände?
  • Welche alternativen Beschaffungsmärkte existieren?

Chancen für deutsche Unternehmen

China bietet weiterhin erhebliche Geschäftsmöglichkeiten.

Besonders gefragt sind:

  • spezialisierte Technologien,
  • hochwertige Komponenten,
  • Automatisierungslösungen,
  • Energieeffizienz,
  • Umwelttechnik,
  • Wartung,
  • Produktionsoptimierung,
  • industrielle Dienstleistungen,
  • Softwarelösungen,
  • Qualitätssicherung.

Erfolgreich werden jedoch zunehmend Unternehmen sein, die nicht nur einzelne Produkte verkaufen, sondern schwer kopierbare Gesamtlösungen anbieten.

Was deutsche Unternehmen jetzt prüfen sollten

Für Unternehmer und Geschäftsführer ist Made in China 2025 kein rein wirtschaftspolitisches Geschichtsthema.

Die Folgen beeinflussen:

  • Absatzmärkte,
  • Einkauf,
  • Preise,
  • Finanzierung,
  • Investitionen,
  • Unternehmensstrategien,
  • Restrukturierungen.

1. China-Abhängigkeit analysieren

Zu prüfen sind:

  • Umsatzanteil mit chinesischen Kunden,
  • Abhängigkeit von chinesischen Lieferanten,
  • kritische Vorprodukte,
  • Zahlungsziele und Forderungsrisiken,
  • Transport- und Zollrisiken,
  • Abhängigkeit einzelner Produktlinien vom chinesischen Markt.

2. Technologische Schutzposition bestimmen

Unternehmen sollten klären, welche Technologien besonders geschützt werden müssen.

Dazu gehören:

  • Konstruktionsdaten,
  • Softwarelösungen,
  • Herstellungsverfahren,
  • Kundeninformationen,
  • Rezepturen,
  • Produktionsdaten,
  • technische Dokumentationen.

3. Lieferketten diversifizieren

Bei geschäftskritischen Komponenten sollte möglichst nicht nur ein einziger Lieferant oder ein einziges Herkunftsland zur Verfügung stehen.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Aufbau alternativer Lieferanten,
  • zusätzliche Lagerbestände,
  • regionale Beschaffung,
  • langfristige Lieferverträge,
  • Standardisierung von Komponenten,
  • eigene Produktion kritischer Bauteile.

4. Preis- und Überkapazitätsszenarien entwickeln

Unternehmen sollten berechnen, welche Auswirkungen ein Preisrückgang von beispielsweise 10, 20 oder 30 Prozent hätte.

Zu analysieren sind:

  • Deckungsbeiträge,
  • Liquidität,
  • Kapitaldienstfähigkeit,
  • Lagerwerte,
  • Personalbedarf,
  • Finanzierungslinien,
  • Ergebnisentwicklung.

5. Nicht ausschließlich über den Preis konkurrieren

Deutsche Unternehmen können sich insbesondere durch folgende Leistungen differenzieren:

  • hohe Zuverlässigkeit,
  • spezialisierte Lösungen,
  • Systemintegration,
  • Software,
  • Energieeffizienz,
  • regulatorische Sicherheit,
  • Wartung und Service,
  • kurze Reaktionszeiten,
  • lange Produktlebensdauer,
  • kundenspezifische Entwicklung.

6. China-für-China-Strategie von der globalen Strategie trennen

Eine Produktion oder Entwicklung in China kann für den chinesischen Markt sinnvoll sein.

Gleichzeitig muss geprüft werden, welche Technologien, Daten und Unternehmensfunktionen außerhalb Chinas verbleiben sollten.

Nicht jede Technologie sollte ohne Einschränkung in eine chinesische Gesellschaft oder Partnerschaft übertragen werden.

7. Liquiditätsrisiken berücksichtigen

Für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist eine hohe China-Abhängigkeit besonders gefährlich.

Absatzrückgänge, Preisverfall, verzögerte Zahlungen oder unterbrochene Lieferketten können schnell zu einer Liquiditätskrise führen.

Eine China-Strategie ist deshalb nicht nur eine Vertriebsstrategie, sondern auch eine Risiko-, Finanzierungs- und Sanierungsstrategie.

Häufige Fragen zu Made in China 2025

Was ist Made in China 2025?

Made in China 2025 war ein 2015 gestartetes chinesisches Industrieprogramm.

Es sollte die chinesische Produktion modernisieren, technologische Abhängigkeiten reduzieren und chinesische Unternehmen in zehn strategischen Industriegebieten international wettbewerbsfähiger machen.

War Made in China 2025 ein Fünfjahresplan?

Nein.

Es war ein eigenständiges zehnjähriges Aktionsprogramm. Es stand jedoch in Verbindung mit den regulären chinesischen Fünfjahresplänen und war Bestandteil einer langfristigen Strategie bis 2049.

Welche Branchen wurden gefördert?

Zu den zehn Schlüsselbereichen gehörten:

  • Informationstechnologie,
  • Robotik,
  • CNC-Maschinen,
  • Luft- und Raumfahrt,
  • Schiffbau,
  • Bahntechnik,
  • Elektrofahrzeuge,
  • elektrische Ausrüstung,
  • Agrarmaschinen,
  • neue Materialien,
  • Biotechnologie,
  • Medizintechnik.

Ging es nur um Digitalisierung?

Nein.

Digitalisierung und intelligente Fertigung waren wichtige Bestandteile. Das Programm umfasste jedoch zusätzlich:

  • Forschung,
  • Qualität,
  • Markenbildung,
  • Finanzierung,
  • Rohstoffe,
  • Schlüsselkomponenten,
  • grüne Produktion,
  • internationale Expansion.

Warum wurde das Programm kritisiert?

Kritisiert wurden vor allem:

  • staatliche Subventionen,
  • mögliche Benachteiligungen ausländischer Unternehmen,
  • Lokalisierungsdruck,
  • Technologietransfer,
  • Überkapazitäten,
  • die sicherheitspolitische Bedeutung einzelner Technologien.

Hat China seine Ziele erreicht?

Teilweise.

Bei Elektrofahrzeugen, Batterien, elektrischer Ausrüstung, Schiffbau und Schienenverkehr wurden große Fortschritte erzielt.

Bei modernsten Halbleitern, hochwertigen Werkzeugmaschinen, Flugzeugtriebwerken und einzelnen Materialien bestehen weiterhin technologische Lücken.

Was geschah nach 2025?

Der ursprüngliche Zeitraum endete.

Die wesentlichen Ziele werden jedoch über neue Fünfjahrespläne, Programme für technologische Eigenständigkeit, intelligente Fertigung und Zukunftsindustrien weiterverfolgt.

Was bedeutet Made in China 2025 für deutsche Mittelständler?

Deutsche Unternehmen müssen mit stärkeren chinesischen Wettbewerbern, zunehmendem Preisdruck und neuen Lieferkettenrisiken rechnen.

Gleichzeitig bestehen Chancen für:

  • spezialisierte Technologien,
  • hochwertige Systemlösungen,
  • Software,
  • Service,
  • Energieeffizienz,
  • industrielle Kooperationen.

Made in China 2025 veränderte den globalen Industriewettbewerb

Made in China 2025 war weit mehr als ein Förderprogramm für chinesische Fabriken.

Der Plan leitete eine strategische Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft ein: weg von der Rolle als günstiger Produktionsstandort und hin zu einem Anbieter eigener Technologien, Marken, industrieller Systeme und internationaler Standards.

Nicht alle Ziele wurden erreicht.

China blieb in einigen besonders anspruchsvollen Bereichen von ausländischen Technologien abhängig. Gleichzeitig gelang es dem Land, in mehreren Zukunftsindustrien vollständige Wertschöpfungsketten, große Produktionskapazitäten und international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen.

Für Deutschland und Europa ist die entscheidende Erkenntnis:

Der Wettbewerb mit China findet längst nicht mehr ausschließlich über niedrige Produktionskosten statt.

Er betrifft:

  • Innovation,
  • Qualität,
  • Geschwindigkeit,
  • Skalierung,
  • Finanzierung,
  • Standards,
  • Digitalisierung,
  • die Kontrolle vollständiger industrieller Ökosysteme.

Made in China 2025 endete im Kalenderjahr 2025. Seine wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen werden die internationale Industrie jedoch noch über Jahrzehnte prägen.

 

Fokus-Keyphrase:
Made in China 2025

Quellen und weiterführende Informationen

Staatsrat der Volksrepublik China beziehungsweise englische Übersetzung des Originalprogramms „Made in China 2025“:
https://cset.georgetown.edu/wp-content/uploads/t0432_made_in_china_2025_EN.pdf

Rhodium Group – Untersuchung zur Zielerreichung und langfristigen Wirkung von Made in China 2025:
https://rhg.com/research/was-made-in-china-2025-successful/

U.S.-China Economic and Security Review Commission – Branchenbezogene Auswertung der chinesischen Industriestrategie:
https://www.uscc.gov/research/made-china-2025-evaluating-chinas-performance

Offizielle chinesische Informationen zur Fortführung der industriepolitischen Strategie im 15. Fünfjahresplan:
https://www.yidaiyilu.gov.cn/p/0JAUT5DT.html