Presse
NDR Interview aus dem Jahre 2016
Warum heute noch Offshore?
Offshore ist kein Relikt aus den 90ern. Es ist ein Instrument – und wie jedes Instrument kann man es sinnvoll einsetzen oder missbrauchen.
Schon 2016 haben wir im Interview mit dem NDR deutlich gemacht: Die Zeiten der naiven Steuertricks sind vorbei. OECD, automatischer Informationsaustausch, verschärfte Transparenzregeln – wer heute glaubt, mit einer Briefkastenfirma auf den Seychellen das deutsche Finanzamt auszutricksen, ist nicht clever, sondern schlicht auf dem Holzweg.
Und trotzdem existiert Offshore weiterhin. Warum?
- Weil es legale, wirtschaftlich sinnvolle Gestaltungen gibt.
- Weil internationale Unternehmer global denken.
- Weil Projektgesellschaften Haftung begrenzen.
- Weil Digital Natives nicht in Nationalstaaten, sondern in Märkten leben.
Aber:
Offshore funktioniert nur innerhalb klarer rechtlicher Leitplanken. Wer in Deutschland lebt und von hier aus steuert, bleibt hier steuerpflichtig. Punkt.
Unser Ansatz war damals – und ist heute – derselbe:
Transparenz vor Illusion.
Rechtskonformität vor „Steuerspar-Märchen“.
Vertrauen vor kurzfristigem Profit.
Offshore ist kein Freifahrtschein.
Es ist ein Werkzeug für Unternehmer, die wissen, was sie tun – und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
NDR Interview 2016 – Hier ist der Mittschnitt:
Warum heute noch Offshore?
[OT 1 Malta] Die OECD hat ja nun sehr viel unternommen, um Rechtshilfeabkommen und die amtlichen Abgleichmöglichkeiten voranzubringen. Heutzutage gibt es Modelle, die auch noch zum Steuersparen geeignet sind. Ich nehme zum Beispiel die Mutter-Tochter-Gestaltung über eine deutsche GmbH und eine maltesische Limited. Es wird beispielweise in Malta 35 Prozent an Steuern auf den Gewinn gezahlt. Nach zwei Wochen werden 30 Prozent zurückgezahlt. Und dann ist es so, dass das Unternehmen fünf Prozent Steuern unterm Strich hat.
Offshore anrüchig?
[OT 2 Messer] Bei einer Offshoregesellschaft ist es wie bei einem Messer. Man hat die Möglichkeit, sich ein Brot damit zu schmieren oder man es jemandem in den Rücken stecken. [OT 3 Holzweg] Die Strafbarkeit entsteht dann aus deutscher Sicht, wenn man Dinge außer Acht lässt wie die Abgabenordnung und sich dann keine Gedanken macht über den Sitz der geschäftlichen Oberleitung. Also wenn man von Deutschland aus diese Geschäfte steuert und meint, dann auf den Seychellen keine Steuern zahlen zu müssen, dann ist man auf dem Holzweg. Das wird einem das deutsche Finanzamt dann auch sehr schnell erklären. [OT 4 Deutschland verlassen] Eine Offshorestruktur kann man im Grunde nur nutzen, wenn man Deutschland verlässt. Ansonsten ist man in Deutschland als deutscher Bürger dann hier auch steuerpflichtig. Und da gibt es auch keine Gestaltung daran vorbei.
Beratung notwendig bei der Einrichtung von Briefkastenfirmen?
[OT 5 Briefkastenfirmen] Es ist so, dass jede Form von Briefkastengesellschaften oder ähnlichem heutzutage sehr, sehr schnell auf dem Schirm des Fiskus stehen und von daher auch keine lange Überlebensdauer haben und in jedem Falle strafbar sind.
Wer kam früher, wer kommt heute?
[OT 6 Auswandern] Die vor zehn Jahren kamen, das zumeist Menschen, die Deutschland den Rücken gekehrt hatten und eine Jurisdiktion suchten, in der sie dann eine Firma gründen konnten, um dort über ein Konto dann einzunehmen. [OT 7 Heutzutage]Heutzutage sind es hauptsächlich Digital Natives, die durch die Welt ziehen und sich im Grunde im Internet beheimatet fühlen und Offshoregesellschaften gründen. Oder es werden Offshoregesellschaften gegründet für einmalige Projekte. Als Projektgesellschaften. Um Haftung und dergleichen auszuschließen.
Motivation?
[OT 8 Motivation] Es gibt Jurisdiktionen, die keine Steuer verlangen. Keine Buchführungspflicht, keine Belegaufbewahrungspflicht. Es gibt im Grunde keinerlei Pflichten. Man hat eine Firma, man hat ein Konto, man arbeitet. Und ansonsten genießt man sein Leben. Das ist dann auch die Vorstellung derer, die so etwas suchen.
2018 automatischer Datenabgleich mit Panama
[OT 9 Panama] Das würde für Panama bedeuten, dass ein Teil ihrer Kundschaft wegbricht. Es ist ja so, dass nicht nur ehrbare Menschen Offshoregesellschaften gründen. Das gilt grundsätzlich ja mal für alle Firmen, denke ich mal. Aber für Offshoregesellschaften im Besonderen.
Wie wichtig ist die Geheimhaltung?
Die Geheimhaltung, die Anonymität hängt eben davon ab, was man tut. [OT 10 Kaufleute] Wenn sich beispielsweise Kaufleute zusammentun, von denen nicht bekannt werden soll, dass sie sich zusammentun, und dann ein gemeinsames, durchaus legales Projekt realisieren, ist eine Offshoregesellschaft ein gutes Vehikel, um dieses zu tun.
Zukunft von Offshore?
[OT 11 Zukunft]. Ich sehe es so, dass Offshore eine Zukunft haben wird, weil die Nachfrage da ist. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Kontrolle größer und größer wird.
[OT 12 Cook Islands] Die Standhaftesten sind derzeit die Cook Islands. Was das Bankkundengeheimnis anbelangt. Und die Truststrukturen, die man dort einrichten kann, sind die Undurchschaubarsten. Aber es ist eben auch eine Frage der Zeit, bis dort die Mauern auch bröckeln werden.
Faktor Vertrauen wichtig?
[OT 13 Vertrauen] Der Faktor Vertrauen ist immens. Man sollte wissen, in welcher Jurisdiktion man tätig ist, und dann auch wissen, wie vertrauenswürdig die Banken sind.
Wie genau Kunden kennen?
[OT 14 Kunden kennen] Ich als Berater, ich, Wolfram Weber, muss natürlich sichergehen, dass ich den Kunden kenne. Know your customer ist das erste, was wir berücksichtigen müssen. Das heißt: Wir müssen das Geschäftsmodell verstehen. Wir müssen den Kunden identifizieren. Im besten Falle hat er noch eine Fürsprache durch jemanden anderen. Und dann wird das wirtschaftliche Vorhaben geprüft auf Legalität und dann auch nach ethischen Gesichtspunkten.
[OT 15 Ethische Grenze] Ethische Grenze wäre für mich der Bereich Waffen, Pornographie. Also alles, was dem Anstand eines Hanseaten zuwiderläuft.
Schon Kunden abgelehnt?
[OT 16 Abgelehnt] Ja, diesen konkreten Fall hatten wir schon. Und ich bereue diese Entscheidung auch nicht. Weil es ist eben meist auch der Typus Kunde, der Geld ins Haus bringt, sondern auch sehr viel Ärger.
Hinweis / Disclaimer:
Dieses Interview wurde im Jahr 2016 geführt und spiegelt den damaligen rechtlichen und regulatorischen Stand wider. Seitdem haben sich internationale Transparenzregeln, OECD-Vorgaben, steuerliche Meldepflichten sowie nationale Gesetzgebungen teilweise erheblich verändert.
Einzelne im Interview dargestellte Modelle, Einschätzungen oder Gestaltungsmöglichkeiten können daher heute anders zu bewerten sein oder in dieser Form nicht mehr umsetzbar sein.
Selbstverständlich beraten wir unsere Mandanten ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Rechtslage und unter Berücksichtigung heutiger steuerlicher, regulatorischer und ethischer Standards.
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