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Wirtschaftswissenschaften

24. August 2026 / Unternehmer Retter

Wirtschaftswissenschaften

Was sind Wirtschaftswissenschaften?

Die Wirtschaftswissenschaften, häufig mit WiWi abgekürzt, untersuchen, wie Menschen, Unternehmen, Staaten und andere Organisationen mit begrenzten Ressourcen umgehen. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Entscheidungen sowie die Frage, wie Güter und Dienstleistungen produziert, verteilt, finanziert und konsumiert werden.

Zu den beiden klassischen Hauptgebieten gehören:

  1. die Betriebswirtschaftslehre, kurz BWL, und
  2. die Volkswirtschaftslehre, kurz VWL.

Während sich die Betriebswirtschaftslehre vor allem mit einzelnen Unternehmen und Organisationen beschäftigt, untersucht die Volkswirtschaftslehre gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge, Märkte und wirtschaftspolitische Entscheidungen.

Die Wirtschaftswissenschaften verbinden theoretische Modelle mit empirischen Daten. Sie sollen wirtschaftliche Vorgänge erklären, Entscheidungen vorbereiten, Folgen abschätzen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Wirtschaftswissenschaften einfach erklärt

Wirtschaftliche Ressourcen sind grundsätzlich begrenzt. Unternehmen verfügen nur über eine bestimmte Menge an Kapital, Personal, Material und Zeit. Auch private Haushalte und Staaten müssen entscheiden, wofür sie ihre verfügbaren Mittel einsetzen.

Die Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich deshalb unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Welche Produkte sollte ein Unternehmen herstellen?
  • Wie lassen sich Kosten senken und Gewinne verbessern?
  • Wie entstehen Preise?
  • Warum steigen oder sinken Zinsen?
  • Welche Ursachen haben Inflation und Arbeitslosigkeit?
  • Wie können Unternehmen Investitionen finanzieren?
  • Wann ist ein Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig?
  • Welche Folgen haben Steuern, Subventionen oder gesetzliche Vorgaben?
  • Wie lassen sich Unternehmenskrisen frühzeitig erkennen?
  • Wie können knappe Ressourcen möglichst sinnvoll eingesetzt werden?

Wirtschaftswissenschaften untersuchen damit sowohl Entscheidungen innerhalb eines einzelnen Unternehmens als auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge einer gesamten Gesellschaft.

Wirtschaftswissenschaften Infografik

Wirtschaftswissenschaften Infografik

Bedeutung des Begriffs Wirtschaftswissenschaften

Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Wirtschaft und Wissenschaften zusammen.

Unter Wirtschaft versteht man alle Tätigkeiten, die der Herstellung, Verteilung und Nutzung von Gütern und Dienstleistungen dienen. Wissenschaft bezeichnet die systematische Untersuchung eines Gegenstands mithilfe nachvollziehbarer Methoden.

Die Mehrzahl „Wirtschaftswissenschaften“ macht deutlich, dass es sich nicht um ein einziges, vollständig einheitliches Fach handelt. Vielmehr besteht die Disziplin aus verschiedenen Teilgebieten, die unterschiedliche wirtschaftliche Ebenen und Fragestellungen untersuchen.

Der Begriff Wirtschaftswissenschaft wird ebenfalls verwendet. Er kann die gesamte Disziplin oder ein einzelnes wirtschaftswissenschaftliches Fach bezeichnen.

Die beiden Hauptgebiete der Wirtschaftswissenschaften

Betriebswirtschaftslehre

Die Betriebswirtschaftslehre untersucht wirtschaftliche Entscheidungen innerhalb von Unternehmen und anderen Organisationen. Sie beschäftigt sich mit der Planung, Steuerung und Kontrolle betrieblicher Abläufe.

Typische Themen der BWL sind:

  • Unternehmensführung
  • Finanzierung
  • Investition
  • Rechnungswesen
  • Controlling
  • Marketing
  • Personalmanagement
  • Produktion
  • Beschaffung
  • Logistik
  • Organisation
  • Unternehmensbesteuerung
  • Unternehmensgründung
  • Unternehmensnachfolge
  • Sanierung und Restrukturierung

Die Betriebswirtschaftslehre betrachtet ein Unternehmen nicht nur als Produzenten von Waren oder Dienstleistungen. Sie untersucht auch Finanzierungsstrukturen, Entscheidungsprozesse, Personalfragen, Marktpositionen und Risiken.

Eine zentrale betriebswirtschaftliche Frage lautet beispielsweise:

Wie kann ein Unternehmen seine Leistungen so anbieten, dass es dauerhaft zahlungsfähig, wettbewerbsfähig und profitabel bleibt?

Volkswirtschaftslehre

Die Volkswirtschaftslehre untersucht wirtschaftliche Zusammenhänge auf der Ebene von Märkten, Staaten und ganzen Volkswirtschaften.

Typische Themen der VWL sind:

  • Angebot und Nachfrage
  • Preisbildung
  • Wettbewerb
  • Wirtschaftswachstum
  • Inflation
  • Arbeitslosigkeit
  • Geldpolitik
  • Finanzpolitik
  • Außenhandel
  • Wechselkurse
  • Konjunktur
  • Staatsverschuldung
  • Einkommensverteilung
  • wirtschaftliche Krisen
  • Umwelt- und Klimapolitik

Die Volkswirtschaftslehre fragt beispielsweise, warum bestimmte Güter teurer werden, wie sich steigende Zinsen auf Investitionen auswirken oder welche Folgen eine Steuererhöhung für Unternehmen und Verbraucher haben kann.

Unterschied zwischen BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften

Begriff Betrachtungsebene Typische Fragestellungen
Wirtschaftswissenschaften Oberbegriff Wie funktionieren wirtschaftliche Entscheidungen und Systeme?
Betriebswirtschaftslehre Unternehmen und Organisationen Wie wird ein Unternehmen geplant, finanziert und geführt?
Volkswirtschaftslehre Märkte, Staat und Gesamtwirtschaft Wie entstehen Preise, Wachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit?

Die Wirtschaftswissenschaften bilden somit den übergeordneten Rahmen. BWL und VWL sind ihre wichtigsten Teilgebiete.

Die Grenzen sind in der Praxis jedoch nicht immer eindeutig. Unternehmensentscheidungen werden durch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen beeinflusst. Gleichzeitig können die Entscheidungen vieler Unternehmen die gesamte Volkswirtschaft verändern.

Steigende Zinsen sind beispielsweise zunächst ein volkswirtschaftliches Thema. Für ein einzelnes Unternehmen wirken sie sich jedoch unmittelbar auf Finanzierungskosten, Investitionen, Liquidität und Unternehmensbewertung aus.

Zentrale Teilgebiete der Wirtschaftswissenschaften

Neben BWL und VWL haben sich zahlreiche spezialisierte Fachrichtungen entwickelt.

Mikroökonomie

Die Mikroökonomie untersucht das wirtschaftliche Verhalten einzelner Akteure. Dazu gehören insbesondere:

  • Verbraucher
  • Unternehmen
  • Arbeitnehmer
  • Investoren
  • einzelne Märkte

Sie analysiert unter anderem, wie Haushalte Kaufentscheidungen treffen, wie Unternehmen Preise festlegen und wie Angebot und Nachfrage zusammenwirken.

Makroökonomie

Die Makroökonomie betrachtet die Gesamtwirtschaft. Sie beschäftigt sich insbesondere mit:

  • Bruttoinlandsprodukt
  • Inflation
  • Beschäftigung
  • Arbeitslosigkeit
  • Zinsentwicklung
  • Geldmenge
  • Staatsausgaben
  • Konjunktur
  • Außenhandel

Makroökonomische Analysen sollen erklären, warum Volkswirtschaften wachsen, stagnieren oder in eine Rezession geraten.

Finanzwissenschaft

Die Finanzwissenschaft untersucht die wirtschaftlichen Aktivitäten des Staates. Sie beschäftigt sich mit öffentlichen Einnahmen und Ausgaben sowie deren Auswirkungen.

Zu ihren Themen gehören:

  • Steuern
  • Abgaben
  • staatliche Investitionen
  • Sozialleistungen
  • Subventionen
  • Staatsverschuldung
  • Haushaltsplanung
  • Finanzausgleich

Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaftspolitik befasst sich mit staatlichen Maßnahmen zur Gestaltung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Geldpolitik
  • Finanzpolitik
  • Arbeitsmarktpolitik
  • Wettbewerbspolitik
  • Industriepolitik
  • Sozialpolitik
  • Außenwirtschaftspolitik
  • Energiepolitik

Wirtschaftswissenschaftliche Analysen können die möglichen Folgen solcher Maßnahmen untersuchen. Ob eine bestimmte Maßnahme politisch gewollt oder gesellschaftlich gerecht ist, lässt sich dagegen nicht allein wissenschaftlich entscheiden.

Ökonometrie

Die Ökonometrie verbindet Wirtschaftstheorie, Mathematik und Statistik. Mit ökonometrischen Verfahren werden wirtschaftliche Zusammenhänge anhand von Daten untersucht.

Beispiele sind:

  • Einfluss der Zinsen auf Investitionen
  • Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen
  • Wirkung von Preisänderungen auf die Nachfrage
  • Ursachen von Unternehmensinsolvenzen
  • Auswirkungen staatlicher Förderprogramme
  • Entwicklung von Konjunkturindikatoren

Eine wichtige Aufgabe besteht darin, bloße Zusammenhänge von tatsächlichen Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu unterscheiden.

Finanzwirtschaft

Die Finanzwirtschaft untersucht die Beschaffung, Verwendung und Steuerung finanzieller Mittel.

Dazu gehören:

  • Investitionsrechnung
  • Unternehmensfinanzierung
  • Kapitalmärkte
  • Kreditfinanzierung
  • Eigenkapital
  • Unternehmensbewertung
  • Risikomanagement
  • Liquiditätsplanung
  • Finanzierungsstruktur

In Unternehmen ist die Finanzwirtschaft eng mit Rechnungswesen, Controlling und Unternehmensführung verbunden.

Rechnungswesen und Controlling

Das Rechnungswesen erfasst und dokumentiert wirtschaftliche Vorgänge eines Unternehmens. Es liefert wichtige Informationen über Vermögen, Schulden, Erträge, Aufwendungen und Zahlungsströme.

Zu seinen Bereichen gehören:

  • Finanzbuchhaltung
  • Jahresabschluss
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Planungsrechnung
  • betriebliche Auswertungen
  • Investitionsrechnung
  • Liquiditätsrechnung

Das Controlling verwendet diese Informationen, um die Unternehmensleitung bei Planung, Steuerung und Kontrolle zu unterstützen.

Controlling bedeutet dabei nicht lediglich Kontrolle. Es umfasst insbesondere die Aufbereitung entscheidungsrelevanter Informationen und die frühzeitige Erkennung wirtschaftlicher Abweichungen.

Verhaltensökonomie

Die Verhaltensökonomie untersucht, wie Menschen tatsächlich wirtschaftliche Entscheidungen treffen.

Klassische Modelle unterstellen häufig einen vollständig informierten und rational handelnden Menschen. In der Realität werden Entscheidungen jedoch unter anderem beeinflusst durch:

  • Gewohnheiten
  • Emotionen
  • Verlustängste
  • soziale Erwartungen
  • unvollständige Informationen
  • Zeitdruck
  • Selbstüberschätzung
  • vereinfachende Denkregeln

Die Verhaltensökonomie verbindet Erkenntnisse aus Wirtschaftswissenschaften und Psychologie.

Institutionenökonomik

Die Institutionenökonomik untersucht, wie Regeln, Verträge, Eigentumsrechte und Organisationen wirtschaftliches Handeln beeinflussen.

Als Institutionen gelten beispielsweise:

  • Gesetze
  • Verträge
  • Eigentumsordnungen
  • Märkte
  • Unternehmen
  • Gerichte
  • gesellschaftliche Normen

Ein wichtiger Untersuchungsgegenstand sind sogenannte Transaktionskosten. Dazu gehören etwa Kosten für Informationsbeschaffung, Vertragsverhandlungen, Überwachung und Durchsetzung von Vereinbarungen.

Umwelt- und Ressourcenökonomie

Die Umweltökonomie beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Ursachen und Folgen von Umweltbelastungen.

Zu ihren Themen gehören:

  • Emissionen
  • Ressourcenverbrauch
  • Umweltsteuern
  • Emissionshandel
  • erneuerbare Energien
  • nachhaltige Produktion
  • Kreislaufwirtschaft
  • Klimafolgekosten

Eine zentrale Frage lautet, wie Umweltkosten berücksichtigt werden können, die nicht unmittelbar vom Verursacher getragen werden.

Internationale Wirtschaft

Die internationale Wirtschaft untersucht wirtschaftliche Beziehungen zwischen Staaten und Wirtschaftsräumen.

Dazu gehören:

  • internationaler Handel
  • Direktinvestitionen
  • Wechselkurse
  • globale Lieferketten
  • Zölle
  • Handelsabkommen
  • internationale Kapitalströme
  • wirtschaftliche Abhängigkeiten

Für Unternehmen ist dieses Teilgebiet unter anderem bei Standortentscheidungen, Exporten und internationalen Beschaffungsstrategien von Bedeutung.

Wirtschaftspädagogik

Die Wirtschaftspädagogik verbindet wirtschaftswissenschaftliche und pädagogische Inhalte.

Sie beschäftigt sich insbesondere mit:

  • beruflicher Bildung
  • kaufmännischer Ausbildung
  • Unterrichtsmethoden
  • Personalentwicklung
  • betrieblicher Weiterbildung
  • Lernprozessen in Organisationen

Absolventen arbeiten beispielsweise an Berufsschulen, in Unternehmen, Bildungseinrichtungen oder der Personalentwicklung.

Verhältnis zu benachbarten Wissenschaften

Wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen überschneiden sich mit zahlreichen anderen Disziplinen.

Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik untersucht die Gestaltung und Nutzung betrieblicher Informationssysteme. Sie verbindet Betriebswirtschaftslehre mit Informatik.

Typische Themen sind:

  • Unternehmenssoftware
  • Datenbanken
  • digitale Geschäftsmodelle
  • Prozessautomatisierung
  • künstliche Intelligenz
  • IT-Management
  • Datenanalyse
  • Informationssicherheit

Wirtschaftsrecht

Das Wirtschaftsrecht beschäftigt sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Tätigkeit.

Dazu zählen insbesondere:

  • Gesellschaftsrecht
  • Vertragsrecht
  • Arbeitsrecht
  • Steuerrecht
  • Wettbewerbsrecht
  • Handelsrecht
  • Insolvenzrecht

Wirtschaftswissenschaftliche und rechtliche Analysen müssen voneinander unterschieden werden. Eine Maßnahme kann wirtschaftlich sinnvoll erscheinen, rechtlich aber unzulässig oder mit erheblichen Haftungsrisiken verbunden sein.

Wirtschaftsingenieurwesen

Das Wirtschaftsingenieurwesen verbindet technische und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte.

Es ist besonders relevant für:

  • Produktionsplanung
  • technische Investitionen
  • Energiewirtschaft
  • Anlagenbau
  • Logistik
  • Qualitätsmanagement
  • industrielle Digitalisierung

Sozialökonomie

Die Sozialökonomie betrachtet wirtschaftliches Handeln im gesellschaftlichen Zusammenhang. Sie bezieht unter anderem soziale Ungleichheit, Arbeitsbedingungen, Institutionen und gesellschaftliche Machtverhältnisse ein.

Grundbegriffe der Wirtschaftswissenschaften

Knappheit

Knappheit bedeutet, dass Ressourcen nicht unbegrenzt verfügbar sind. Unternehmen müssen beispielsweise entscheiden, wie sie Kapital, Personal und Zeit verwenden.

Knappheit ist nicht mit absolutem Mangel gleichzusetzen. Ein Gut ist wirtschaftlich knapp, wenn die vorhandene Menge nicht ausreicht, um alle möglichen Verwendungswünsche gleichzeitig zu erfüllen.

Bedürfnisse und Bedarf

Ein Bedürfnis ist der Wunsch, einen empfundenen Mangel zu beseitigen.

Wird ein Bedürfnis mit Kaufkraft verbunden, entsteht wirtschaftlicher Bedarf. Tritt dieser Bedarf am Markt tatsächlich als Kaufabsicht auf, spricht man von Nachfrage.

Güter

Güter dienen der Befriedigung von Bedürfnissen. Dazu gehören sowohl körperliche Gegenstände als auch Dienstleistungen und Rechte.

Unterschieden werden beispielsweise:

  • Konsumgüter und Produktionsgüter
  • freie und wirtschaftliche Güter
  • Verbrauchs- und Gebrauchsgüter
  • private und öffentliche Güter
  • materielle und immaterielle Güter

Opportunitätskosten

Opportunitätskosten bezeichnen den entgangenen Nutzen der besten nicht gewählten Alternative.

Investiert ein Unternehmen seine verfügbaren Mittel in eine neue Maschine, kann es dieses Kapital nicht gleichzeitig für eine Übernahme, die Tilgung von Krediten oder den Aufbau zusätzlicher Liquiditätsreserven verwenden.

Wirtschaftlichkeitsprinzip

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip beschreibt den möglichst günstigen Einsatz knapper Mittel.

Es kann in zwei Formen auftreten:

  • Minimalprinzip: Ein festgelegtes Ziel soll mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreicht werden.
  • Maximalprinzip: Mit einem festgelegten Mitteleinsatz soll ein möglichst großes Ergebnis erzielt werden.

Produktivität

Produktivität beschreibt das Verhältnis zwischen einer erbrachten Leistung und den dafür eingesetzten Produktionsfaktoren.

Vereinfacht gilt:

Produktivität = Ausbringungsmenge ÷ Einsatzmenge

Eine höhere Produktivität bedeutet nicht automatisch einen höheren Gewinn. Entscheidend sind zusätzlich Preise, Kosten, Qualität und Nachfrage.

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlichkeit stellt Ertrag und Aufwand beziehungsweise Leistung und Kosten gegenüber.

Vereinfacht gilt:

Wirtschaftlichkeit = Ertrag ÷ Aufwand

Ein Wert über eins deutet darauf hin, dass der Ertrag den Aufwand übersteigt. Die genaue Aussage hängt jedoch von der verwendeten Berechnung und den zugrunde gelegten Größen ab.

Rentabilität

Die Rentabilität setzt einen wirtschaftlichen Erfolg ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital oder zu einer anderen Bezugsgröße.

Typische Kennzahlen sind:

  • Eigenkapitalrentabilität
  • Gesamtkapitalrentabilität
  • Umsatzrentabilität
  • Investitionsrentabilität

Ein Unternehmen kann einen Gewinn erwirtschaften und dennoch eine im Verhältnis zum eingesetzten Kapital unzureichende Rentabilität aufweisen.

Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften

Liquidität

Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig zu erfüllen.

Ein Unternehmen kann bilanziell Vermögen besitzen und dennoch in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Entscheidend ist, ob zum jeweiligen Fälligkeitszeitpunkt ausreichend verfügbare Zahlungsmittel vorhanden sind.

Liquidität und Gewinn dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden.

Angebot und Nachfrage

Angebot und Nachfrage beeinflussen die Preisbildung auf Märkten.

Steigt die Nachfrage bei unverändertem Angebot, entsteht tendenziell Preisdruck nach oben. Steigt das Angebot bei gleichbleibender Nachfrage, kann der Preis unter Druck geraten.

In der Realität wirken zusätzlich zahlreiche weitere Faktoren, etwa Marktmacht, Regulierung, Informationsunterschiede, Erwartungen und langfristige Verträge.

Wettbewerb

Wettbewerb entsteht, wenn mehrere Anbieter oder Nachfrager um Marktanteile, Kunden, Ressourcen oder Vertragsabschlüsse konkurrieren.

Wettbewerb kann:

  • Innovation fördern,
  • Preise begrenzen,
  • Qualität verbessern,
  • Effizienz erhöhen,
  • aber auch erheblichen Kostendruck erzeugen.

Externalitäten

Externalitäten sind Auswirkungen wirtschaftlichen Handelns, die nicht vollständig über Marktpreise erfasst werden.

Ein negatives Beispiel ist eine Umweltbelastung, deren Kosten nicht allein vom verursachenden Unternehmen getragen werden. Positive Externalitäten können etwa durch Bildung, Forschung oder bestimmte Infrastrukturinvestitionen entstehen.

Informationsasymmetrie

Eine Informationsasymmetrie liegt vor, wenn eine Vertragspartei über mehr oder bessere Informationen verfügt als die andere.

Das kann beispielsweise auftreten bei:

  • Kreditverträgen
  • Versicherungen
  • Unternehmenskäufen
  • Arbeitsverträgen
  • Immobiliengeschäften
  • Gebrauchtwaren

Informationsasymmetrien können Fehlentscheidungen, höhere Kontrollkosten und Vertrauensprobleme verursachen.

Positive und normative Wirtschaftswissenschaft

Positive Analyse

Die positive Wirtschaftswissenschaft untersucht, wie wirtschaftliche Zusammenhänge tatsächlich funktionieren.

Beispiel:

Welche Auswirkungen hat eine Erhöhung der Kreditzinsen auf die Investitionstätigkeit von Unternehmen?

Diese Fragestellung soll anhand theoretischer Modelle und empirischer Daten beantwortet werden.

Normative Analyse

Normative Aussagen enthalten Werturteile oder politische Zielvorstellungen.

Beispiel:

Der Staat sollte Investitionen kleiner Unternehmen stärker fördern.

Ob eine Maßnahme „gerecht“, „angemessen“ oder „wünschenswert“ ist, hängt nicht allein von messbaren wirtschaftlichen Folgen ab. Hier spielen gesellschaftliche, ethische und politische Wertentscheidungen eine Rolle.

Eine seriöse wirtschaftswissenschaftliche Analyse sollte positive Erkenntnisse und normative Bewertungen klar voneinander trennen.

Methoden der Wirtschaftswissenschaften

Theoretische Modelle

Modelle vereinfachen die wirtschaftliche Wirklichkeit. Sie konzentrieren sich auf bestimmte Faktoren, um Zusammenhänge nachvollziehbar zu machen.

Ein Modell ist keine vollständige Abbildung der Realität. Sein Nutzen hängt davon ab, ob die getroffenen Annahmen für die jeweilige Fragestellung geeignet sind.

Statistische Analysen

Statistische Methoden dienen dazu, wirtschaftliche Daten zu beschreiben und auszuwerten.

Untersucht werden beispielsweise:

  • Mittelwerte
  • Verteilungen
  • Schwankungen
  • Korrelationen
  • Trends
  • Wahrscheinlichkeiten
  • Prognoseintervalle

Ökonometrische Verfahren

Ökonometrische Modelle sollen wirtschaftliche Beziehungen quantifizieren. Sie werden unter anderem für Prognosen, Wirkungsanalysen und die Überprüfung wirtschaftstheoretischer Annahmen eingesetzt.

Experimente

In Labor- und Feldexperimenten wird untersucht, wie Menschen unter bestimmten Bedingungen entscheiden.

Experimente spielen insbesondere in der Verhaltensökonomie, Arbeitsmarktökonomie und Entwicklungsökonomie eine wichtige Rolle.

Fallstudien

Fallstudien untersuchen einzelne Unternehmen, Märkte, Krisen oder wirtschaftliche Entscheidungen besonders ausführlich.

Sie können komplexe Zusammenhänge sichtbar machen, lassen sich jedoch nicht immer ohne Weiteres auf andere Fälle übertragen.

Befragungen und qualitative Forschung

Interviews, Beobachtungen und Befragungen können Informationen liefern, die sich nicht vollständig aus Kennzahlen ableiten lassen.

Qualitative Methoden sind beispielsweise für die Untersuchung von Unternehmenskultur, Führungsentscheidungen, Kaufmotiven oder Veränderungsprozessen geeignet.

Simulationen und Szenarioanalysen

Simulationen zeigen, wie sich Ergebnisse unter verschiedenen Annahmen verändern können.

Unternehmen verwenden Szenarien beispielsweise für:

  • Umsatzentwicklungen
  • Zinsänderungen
  • Personalkosten
  • Energiepreise
  • Lieferausfälle
  • Wechselkurse
  • Liquiditätsverläufe
  • Sanierungsmaßnahmen

Szenarien sind keine sicheren Vorhersagen. Sie helfen vielmehr, Abhängigkeiten und Risiken sichtbar zu machen.

Wirtschaftswissenschaften im Unternehmen

Wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse werden in nahezu allen Unternehmensbereichen eingesetzt.

Unternehmensplanung

Die Unternehmensplanung legt Ziele, Maßnahmen und Ressourcen fest. Dazu gehören:

  • Absatzplanung
  • Umsatzplanung
  • Kostenplanung
  • Personalplanung
  • Investitionsplanung
  • Finanzplanung
  • Liquiditätsplanung

Finanzierung

Die Finanzierung beschäftigt sich mit der Frage, woher ein Unternehmen die benötigten finanziellen Mittel erhält.

Mögliche Finanzierungsformen sind:

  • Eigenkapital
  • Bankdarlehen
  • Lieferantenkredite
  • Leasing
  • Factoring
  • Beteiligungskapital
  • Anleihen
  • Gesellschafterdarlehen
  • Innenfinanzierung

Bei der Auswahl müssen Kosten, Laufzeiten, Sicherheiten, Risiken und Auswirkungen auf die Liquidität berücksichtigt werden.

Investitionen

Eine Investition bindet Kapital mit dem Ziel, zukünftige wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Investitionsentscheidungen können unter anderem mithilfe folgender Verfahren vorbereitet werden:

  • Kostenvergleichsrechnung
  • Gewinnvergleichsrechnung
  • Rentabilitätsrechnung
  • Amortisationsrechnung
  • Kapitalwertmethode
  • interne Zinsfußmethode

Keine Berechnung beseitigt die Unsicherheit einer Investition vollständig. Entscheidende Annahmen sollten deshalb durch Szenarien und Sensitivitätsanalysen überprüft werden.

Marketing und Vertrieb

Marketing untersucht, wie Unternehmen Kundenbedürfnisse erkennen und wirtschaftlich bedienen können.

Dazu gehören:

  • Marktanalyse
  • Zielgruppenauswahl
  • Produktgestaltung
  • Preisgestaltung
  • Kommunikation
  • Vertrieb
  • Kundenbindung
  • Markenführung

Personalwirtschaft

Die Personalwirtschaft beschäftigt sich mit der Gewinnung, Entwicklung, Führung und Vergütung von Beschäftigten.

Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Personalbedarfsermittlung
  • Recruiting
  • Arbeitszeitgestaltung
  • Entgeltplanung
  • Weiterbildung
  • Leistungsbeurteilung
  • Personalabbau
  • Nachfolgeplanung

Produktion und Logistik

Produktions- und Logistikmanagement untersuchen die wirtschaftliche Gestaltung von Material-, Informations- und Warenströmen.

Wichtige Fragen sind:

  • Welche Kapazitäten werden benötigt?
  • Welche Teile sollen selbst hergestellt werden?
  • Welche Leistungen sollen eingekauft werden?
  • Wie hoch sollten Lagerbestände sein?
  • Wie lassen sich Lieferzeiten verkürzen?
  • Wie können Ausfallrisiken reduziert werden?

Wirtschaftswissenschaften in Unternehmenskrisen

In einer Unternehmenskrise gewinnen wirtschaftswissenschaftliche Analysen besondere Bedeutung. Entscheidend ist, die Ursachen der Krise zu erkennen und finanzielle, operative und strategische Gegenmaßnahmen miteinander zu verbinden.

Typische wirtschaftliche Krisensignale

  • sinkende Umsätze
  • rückläufige Deckungsbeiträge
  • steigende Fixkosten
  • zunehmende Außenstände
  • verspätete Zahlungen
  • wachsende Kreditinanspruchnahme
  • sinkende Eigenkapitalquote
  • wiederholte Planabweichungen
  • Verlust wichtiger Kunden
  • unzureichende Liquiditätsreserven
  • nicht ausgelastete Kapazitäten
  • zunehmender Preisdruck

Wirtschaftliche Krisenstadien

Unternehmenskrisen entwickeln sich häufig schrittweise.

Stakeholderkrise

Konflikte zwischen Gesellschaftern, Geschäftsführung, Banken, Mitarbeitern oder anderen Beteiligten beeinträchtigen Entscheidungen.

Strategiekrise

Das Geschäftsmodell oder die Marktposition verlieren an Tragfähigkeit. Die finanziellen Folgen sind möglicherweise noch nicht vollständig sichtbar.

Erfolgskrise

Umsätze, Margen und Ergebnisse verschlechtern sich. Verluste treten auf oder werden wahrscheinlicher.

Liquiditätskrise

Das Unternehmen kann seine fälligen Verpflichtungen zunehmend nur noch mit Schwierigkeiten erfüllen.

Je früher eine Krise erkannt wird, desto größer ist regelmäßig der wirtschaftliche Handlungsspielraum.

Wirtschaftswissenschaftliche Instrumente der Sanierung

Zu den wichtigen Instrumenten gehören:

  • kurzfristige Liquiditätsplanung
  • integrierte Unternehmensplanung
  • Deckungsbeitragsrechnung
  • Break-even-Analyse
  • Kostenstrukturanalyse
  • Working-Capital-Management
  • Forderungsmanagement
  • Portfolioanalyse
  • Standort- und Produktprüfung
  • Szenariorechnung
  • Finanzierungsanalyse
  • Investorenvergleich
  • Unternehmensbewertung
  • Fortführungsplanung

Wirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen müssen mit rechtlichen und steuerlichen Anforderungen abgestimmt werden. Insbesondere bei möglichen Insolvenzantragsgründen darf eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung nicht an die Stelle insolvenzrechtlicher Prüfung treten.

Studium der Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften können an Universitäten, Fachhochschulen und dualen Hochschulen studiert werden.

Typische Studieninhalte

In den ersten Semestern werden häufig Grundlagen vermittelt aus:

  • Allgemeiner Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Mathematik
  • Statistik
  • Rechnungswesen
  • Finanzierung
  • Investition
  • Marketing
  • Unternehmensführung
  • Wirtschaftsinformatik
  • Wirtschaftsrecht
  • empirischer Wirtschaftsforschung

Im weiteren Verlauf können Studierende Schwerpunkte wählen.

Mögliche Vertiefungen

  • Finance
  • Accounting
  • Controlling
  • Marketing
  • Personalmanagement
  • Unternehmensführung
  • Logistik
  • Produktionsmanagement
  • Steuerlehre
  • Wirtschaftsprüfung
  • internationale Wirtschaft
  • Nachhaltigkeitsmanagement
  • Gesundheitsökonomie
  • Immobilienwirtschaft
  • Entrepreneurship
  • Data Analytics
  • Wirtschaftsinformatik
  • Verhaltensökonomie
  • öffentliche Finanzen

Studienabschlüsse

Übliche Abschlüsse sind:

  • Bachelor of Science
  • Bachelor of Arts
  • Master of Science
  • Master of Arts

Die genaue Bezeichnung hängt vom Studiengang und der Hochschule ab. Ein Bachelorstudium vermittelt in der Regel fachliche und methodische Grundlagen. Ein Masterstudium ermöglicht eine stärkere Spezialisierung oder wissenschaftliche Vertiefung.

Welche Voraussetzungen sind wichtig?

Hilfreich sind insbesondere:

  • Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen
  • analytisches Denken
  • sicherer Umgang mit Zahlen
  • Bereitschaft zur Arbeit mit Statistik
  • verständliche schriftliche Ausdrucksfähigkeit
  • Interesse an Unternehmen und Märkten
  • Fähigkeit, komplexe Probleme zu strukturieren

Wirtschaftswissenschaften bestehen nicht nur aus Mathematik. Quantitative Methoden gehören jedoch zu vielen Studiengängen und sollten nicht unterschätzt werden.

Berufsfelder für Wirtschaftswissenschaftler

Absolventinnen und Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge arbeiten in zahlreichen Bereichen.

Typische Berufsfelder sind:

  • Unternehmensberatung
  • Controlling
  • Rechnungswesen
  • Wirtschaftsprüfung
  • Steuerberatung
  • Banken und Finanzdienstleistungen
  • Versicherungen
  • Personalwesen
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Einkauf
  • Logistik
  • Unternehmensentwicklung
  • öffentliche Verwaltung
  • Verbände
  • Forschung
  • Wirtschaftspolitik
  • Unternehmensgründung
  • Sanierung und Restrukturierung
  • Insolvenzverwaltung
  • Immobilienwirtschaft
  • Datenanalyse

Die tatsächlichen Berufsmöglichkeiten hängen stark von Studienschwerpunkt, Praxiserfahrung, Branchenkenntnissen und zusätzlichen Qualifikationen ab.

Historische Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftliche Fragen wurden bereits in der Antike behandelt. Als eigenständige wissenschaftliche Disziplin entwickelten sich die Wirtschaftswissenschaften jedoch vor allem seit dem 18. Jahrhundert.

Klassische Nationalökonomie

Die klassische Nationalökonomie untersuchte unter anderem Arbeitsteilung, Handel, Wertbildung und wirtschaftliches Wachstum.

Neoklassische Theorie

Die neoklassische Theorie rückte Entscheidungen einzelner Marktteilnehmer, Grenznutzen und Gleichgewichtsmodelle stärker in den Mittelpunkt.

Keynesianismus

Der Keynesianismus betonte die Bedeutung gesamtwirtschaftlicher Nachfrage und staatlicher Maßnahmen, insbesondere während wirtschaftlicher Krisen.

Monetarismus

Der Monetarismus stellte den Einfluss von Geldmenge und Geldpolitik auf Preisentwicklung und Konjunktur heraus.

Moderne Wirtschaftswissenschaften

Heute bestehen zahlreiche theoretische Ansätze nebeneinander. Zusätzlich haben empirische Forschung, Verhaltensökonomie, institutionelle Analysen, experimentelle Methoden und computergestützte Datenauswertung erheblich an Bedeutung gewonnen.

Grenzen und Kritik der Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaften können wirtschaftliche Entscheidungen strukturieren und Zusammenhänge erklären. Ihre Aussagekraft ist jedoch begrenzt.

Modelle vereinfachen die Realität

Wirtschaftliche Modelle müssen bestimmte Faktoren ausblenden. Ergebnisse hängen deshalb von den getroffenen Annahmen ab.

Menschen handeln nicht immer rational

Entscheidungen werden durch Emotionen, Erfahrungen, soziale Einflüsse und unvollständige Informationen geprägt.

Daten zeigen nicht automatisch Ursachen

Zwei Entwicklungen können gleichzeitig auftreten, ohne dass die eine die andere verursacht.

Prognosen bleiben unsicher

Konjunktur, Preise, Zinsen und Unternehmensentwicklungen werden durch zahlreiche veränderliche Faktoren beeinflusst. Prognosen sollten deshalb als bedingte Aussagen und nicht als Gewissheiten verstanden werden.

Wirtschaftliche Ziele können miteinander konkurrieren

Wachstum, Preisstabilität, Beschäftigung, Umweltschutz und Verteilungsgerechtigkeit lassen sich nicht immer gleichzeitig vollständig erreichen.

Werturteile sind nicht rein wissenschaftlich lösbar

Wirtschaftswissenschaftliche Forschung kann Folgen verschiedener Entscheidungen untersuchen. Welche Ziele politisch oder gesellschaftlich verfolgt werden sollen, ist letztlich eine normative Entscheidung.

Beispiel für eine wirtschaftswissenschaftliche Analyse

Ein Unternehmen stellt fest, dass sein Gewinn trotz steigender Umsätze sinkt.

Eine betriebswirtschaftliche Analyse könnte prüfen:

  • Welche Kosten sind gestiegen?
  • Welche Produkte erwirtschaften positive Deckungsbeiträge?
  • Haben sich Rabatte oder Zahlungsbedingungen verändert?
  • Ist zusätzliches Personal eingestellt worden?
  • Sind Lagerbestände und Kapitalbindung gestiegen?
  • Werden Forderungen später bezahlt?
  • Sind Finanzierungskosten gestiegen?
  • Welche Kundengruppen sind tatsächlich profitabel?

Eine volkswirtschaftliche Analyse könnte zusätzlich untersuchen:

  • Wie entwickelt sich die Nachfrage in der Branche?
  • Welche Auswirkungen haben Inflation und Zinsen?
  • Gibt es neue Wettbewerber?
  • Haben sich gesetzliche Rahmenbedingungen verändert?
  • Wie entwickelt sich die Kaufkraft der Kunden?
  • Bestehen Risiken durch Wechselkurse oder internationale Lieferketten?

Das Beispiel zeigt, dass betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Perspektiven einander ergänzen.

Häufig gestellte Fragen zu den Wirtschaftswissenschaften

Was versteht man unter Wirtschaftswissenschaften?

Wirtschaftswissenschaften untersuchen, wie Menschen, Unternehmen, Staaten und andere Organisationen wirtschaftliche Entscheidungen treffen und mit knappen Ressourcen umgehen.

Welche Fächer gehören zu den Wirtschaftswissenschaften?

Die wichtigsten Fächer sind Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre. Hinzu kommen unter anderem Ökonometrie, Finanzwissenschaft, Wirtschaftspolitik, Rechnungswesen, Controlling und Finanzwirtschaft.

Was ist der Unterschied zwischen BWL und Wirtschaftswissenschaften?

BWL ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften. Die Wirtschaftswissenschaften umfassen neben der BWL insbesondere die Volkswirtschaftslehre und weitere wirtschaftsbezogene Fachrichtungen.

Was ist der Unterschied zwischen BWL und VWL?

BWL untersucht vor allem einzelne Unternehmen und Organisationen. VWL beschäftigt sich mit Märkten, Staaten und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen.

Ist Wirtschaftswissenschaften dasselbe wie Ökonomie?

Ökonomie kann sowohl das wirtschaftliche Handeln selbst als auch dessen wissenschaftliche Untersuchung bezeichnen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Ökonomie und Wirtschaftswissenschaften häufig ähnlich verwendet.

Ist Economics dasselbe wie Wirtschaftswissenschaften?

Der englische Begriff „Economics“ bezeichnet überwiegend die Volkswirtschaftslehre. Für Betriebswirtschaftslehre werden eher Begriffe wie „Business Administration“ oder „Management“ verwendet.

Gehört Wirtschaftsinformatik zu den Wirtschaftswissenschaften?

Wirtschaftsinformatik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft zwischen Betriebswirtschaftslehre und Informatik. Sie wird häufig dem erweiterten Bereich der Wirtschaftswissenschaften zugerechnet.

Braucht man für Wirtschaftswissenschaften viel Mathematik?

Mathematik und Statistik gehören zu den methodischen Grundlagen vieler wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge. Der Umfang unterscheidet sich jedoch je nach Hochschule, Studiengang und Schwerpunkt.

Welche Berufe kann man mit Wirtschaftswissenschaften ausüben?

Mögliche Tätigkeiten bestehen unter anderem in Controlling, Beratung, Finanzierung, Marketing, Personalwesen, Wirtschaftsprüfung, Verwaltung, Logistik, Unternehmensentwicklung und Restrukturierung.

Warum sind Wirtschaftswissenschaften für Unternehmer wichtig?

Sie helfen Unternehmern, Kosten, Preise, Investitionen, Finanzierung, Liquidität, Marktchancen und Risiken systematisch zu beurteilen. Sie ersetzen jedoch nicht die im Einzelfall notwendige rechtliche oder steuerliche Beratung.

Zusammenfassung

Die Wirtschaftswissenschaften untersuchen wirtschaftliches Handeln unter den Bedingungen begrenzter Ressourcen. Ihre beiden Hauptgebiete sind die Betriebswirtschaftslehre und die Volkswirtschaftslehre.

Die Betriebswirtschaftslehre konzentriert sich auf Entscheidungen innerhalb von Unternehmen und Organisationen. Die Volkswirtschaftslehre untersucht Märkte, Staaten und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge.

Wirtschaftswissenschaftliche Methoden werden in Unternehmensführung, Finanzierung, Investition, Controlling, Wirtschaftspolitik, Forschung und Krisenbewältigung eingesetzt. Sie können Entscheidungen verbessern und wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich machen. Ihre Ergebnisse bleiben jedoch von Annahmen, Datenqualität und unsicheren zukünftigen Entwicklungen abhängig.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Günter Wöhe, Ulrich Döring und Gerrit Brösel: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
  • N. Gregory Mankiw und Mark P. Taylor: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre
  • Paul A. Samuelson und William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre
  • Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik
  • Horst Siebert und Oliver Lorz: Einführung in die Volkswirtschaftslehre
  • Gabler Wirtschaftslexikon
  • Statistisches Bundesamt
  • Deutsche Bundesbank
  • Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
  • Verein für Socialpolitik
  • Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz